Nachtwanderer

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Wir wollen Jugendlichen das Gefühl zu geben, sie werden wahr- und ernst genommen und ihnen hilfreich zur Seite zu stehen, wenn sie es wünschen, ohne sich aufzudrängen. Gleichzeitig dafür sorgen, den Stadtbezirk Möhringen ein Stück sicherer zu machen, ohne als Bürgerpolizei aufzutreten. wir wollen gegen die Wegguck-Mentalität Schutz bieten und so ein Zeichen von Zivilcourage geben und als Erwachsene aufzutreten, die sich kümmern.

Dazu werden Erwachsene ab 25 Jahren gesucht, die bereit sind ehrenamtlich ca. 1x mal im Monat an Wochenenden nachts von ca. 21.00 im Winter bzw. 22.00 im Sommer bis ca. 1.00/2.00 Uhr in Gruppen zu 3-5 Personen durch die Straßen zu „wandern“ bzw. in Bahn/Bus zwischen Sonnenberg über Möhringen zum Fasanenhof zu pendeln.
Alle Nachtwanderer sind als Ehrenamtliche versichert. 

Nächste Termine - Anmeldung unter 01573 - 44 91 305:

16. Februar 2012, 19Uhr: Vorbereitungstreffen der Gruppe - Anmeldung erforderlich

29. März 2012, 18:30Uhr: Deeskalations-Training (Dauer 3 Stunden) - Anmeldung bis zum 15.März erforderlich

Voraussetzungen

  • Verständnis für Jugendliche
  • Bereitschaft, vorurteilsfrei auf Jugendliche zuzugehen und ihnen zuzuhören, ohne gleich mahnend einzuwirken.
  • Bereitschaft an einem 1. Hilfe-Auffrischungskurs und einem Deeskalationstraining teilzunehmen
  • Abendliches Protokoll
  • 1x im Monat ein Treffen, um die abendlichen Protokolle miteinander zu besprechen und sich auszutauschen, evtl. auch um sich beraten zu lassen.

Ausrüstung

Jacken mit Logo, Karten in Scheckkartengröße mit Notrufnummern f. Jugendliche, Rucksack mit 1. Hilfe-Pack, Taschenlampe, Handy, Flyer, Fahrausweis für SSB

Zusammenarbeit und Austausch mit:

Bezirksamt, Jugendrat, Polizei vor Ort, Jugendhaus Möhringen, Streetworker, Schulen, Mobile Jugendarbeit, SSB, CVJM, KJG, Stadtbezirksrunde, Sozialdienste der Stadt Stuttgart, Rotes Kreuz, Generationenhaus Möhringen, GHV

Vorgeschichte

Nachtwanderer gibt es seit Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Schweden. Mittlerweile sind dort um die 200 000 Menschen in über 300 Orten als Nachtwanderer unterwegs.
Von dort aus breitete sich die Initiative weiter aus, bis Sie um 2005 nach Bremen kam. Nach einer Schätzung aus Mitte 2011 gibt es in Deutschland inzwischen 25 Initiativen in den verschiedensten Städten, auch z. B. in Filderstadt und in Leinfelden-Echterdingen.
Auf dem Kirchentag in Bremen (2009) lernte unsere Mitarbeiterin, Frau Rita Dormann, die Projektidee kennen. Mit viel Engagement und mit zahlreichen Helfern wurden die Vorbereitungen zum Start des Projekts jetzt abgeschlossen.

Projektleitung: Rita Dormann

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Gegen das Weggucken - Möhringen Aktuell Ausgabe 1/2012

Damit Jugendliche gut durch die Nacht kommen

Die Initiative der Nachtwanderer kommt ursprünglich aus Schweden. Dort sind mittlerweile über 200 000 Menschen in über 300 Orten als Nachtwanderer unterwegs, um Jugendlichen zur Seite zu stehen. Jetzt gibt es sie auch zum ersten Mal in Stuttgart – und zwar in Möhringen. (Von Roland Steinhauer)

Rita Dormann hat dieses Projekt vor zwei Jahren auf dem Kirchentag in Bremen kennengelernt, und seitdem hat diese Idee sie nicht mehr losgelassen. »Ich wäre früher selber viel ruhiger gewesen, wenn es da schon Nachtwanderer gegeben hätte, als meine Kinder noch jünger waren«, sagt die Projektleiterin Dormann über ihre Motivation, das Projekt Nachtwanderer ge- meinsam mit der »Initiative Lebensraum« in Möhringen auf den Weg gebracht zu haben. Die Projektziele sind dabei klar umrissen: es geht um Jugendliche, die nachts auf der Straße unterwegs sind. Ihnen möchte Rita Dormann mit den hoffentlich bald vielen Helfern das Gefühl geben, wahr- und ernst genommen zu werden. Die Nachtwanderer möchten den Jugendlichen zur Seite stehen, wenn sie es denn wollen.

Dieses nächtliche Engagement soll den Stadtbezirk Möhringen zusätzlich noch ein Stück sicherer machen und gegen die Wegguck-Mentalität stehen. Die Nachtwanderer verstehen sich dabei keineswegs als Hilfspolizei, sondern möchten vielmehr ein Zeichen von Zivilcourage setzen. Sie möchten sich als Erwachsene verstanden wissen, die sich kümmern. Dazu braucht es aber engagierte Menschen, und die werden jetzt gesucht. »Die Nachtwanderer gehen immer in einer Gruppe von mindestens drei, besser fünf Personen auf die Wanderung«, so Rita Dormann. Und das soll ab März immer freitags und samstags in der Zeit von zirka 21 bis 2 Uhr stattfinden. Mitmachen können Menschen ab 25 Jahren, die Verständnis für Jugendliche aufbringen und bereit sind, mindestens einmal im Monat unterwegs zu sein. Je mehr Menschen nachtwandern, desto regelmässiger könnten die Einsätze geplant werden, erklären die Initiatoren. Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann jedenfalls unterstützt das Vorhaben, gerade auch weil es aus der Bürgerschaft kommt.

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Als Nachtwanderer werden sie an Wochenenden unterwegs sein: Hella Wöhrle, Inge Diehl und Rita Dormann (von links). Zum Auftakt im März wird Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann mit nachtwandern. Foto: Roland Steinhauer

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Nachtwanderer

Wer sich für das Projekt Nacht- wanderer interessiert, wendet sich an die Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof- Sonnenberg (ILM) in der Abraham-Wolf-Straße 35. Telefon 0157/34 49 13 05. Email: info@ ilm-ev.de Unter www.ilm-ev. de gibt es weitere erläuternde Informationen zu dem Projekt.


„Ich habe noch nie ein böses Wort gehört“ - Filderzeitung vom 18.1.2012

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Der Nachtwanderer Johann Stefan hat über seine Erfahrungen mit der Jugend gesprochen. Von Alexandra Kratz

Auch wenn die Gelenke manchmal knacken und der Rücken schmerzt, ist Johann Stefan immer wieder spätabends auf den Straßen unterwegs. Der rüstige Rentner aus Ostfildern ist seit einiger Zeit Nachtwanderer in Filderstadt. Als solcher will er mit Jugendlichen ins Gespräch kommen und sie gut durch die Nacht bringen. Am Montag war Stefan zu Gast im Bürgerhaus, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Veranstalter war die Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg (Ilm).

Der Verein will das Projekt auch in dem Stuttgarter Stadtbezirk starten. Die Idee dazu hatte das Ilm-Mitglied Rita Dormann. Derzeit ist die Initiative auf der Suche nach Ehrenamtlichen (wir berichteten). „Dieses Projekt trägt sicher dazu bei, die Sicherheit und das soziale Klima in unserem Stadtbezirk zu verbessern“, machte Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann gleich zu Beginn der Veranstaltung Werbung.

An interessierten Bürgern mangelte es bei dem ersten Treffen nicht. Doch der ein oder andere war sich freilich noch unsicher und fürchtete insbesondere, die Jugendlichen würden ihn vielleicht angreifen. Diese Ängste konnte Stefan den meisten nehmen. „Ich habe noch nie ein böses Wort von den Mädchen und Jungen gehört. Die meisten freuen sich, dass wir da sind, dass es Erwachsene gibt, die sich ernsthaft für sie interessieren“, sagte Johann Stefan. Und wenn sich die Jugendlichen doch mal abwenden, dann würden die Nachtwanderer nicht hinterher gehen. „Das ist nicht unser Ding“, sagte Stefan.

Die Nachtwanderer seien keine Polizei und keine Bürgerwehr, sondern einfach „nur“ Ehrenamtliche, die hinschauen. „Den erhobenen Zeigefinger gibt es bei uns nicht. Wir wollen nicht ermahnen, sondern helfen“, brachte Stefan sein Anliegen und das seiner Mitstreiter auf den Punkt.

Die Zuhörer hatten viele Anregungen und Fragen. Julia Niedermaier, die für die Grünen im Bezirksbeirat Vaihingen sitzt, störte sich daran, dass die Nachtwanderer mindestens 25 Jahre alt sein sollen. „Ich denke, es gibt auch viele Jüngere, die dieses Ehrenamt gut übernehmen könnten. Und bei den Teenagern käme das sicher gut an“, sagte sie. Niedermaier selbst ist noch keine 25 und würde es „sehr schade finden, wenn sie bei den Nachtwanderern nicht mitmachen könnte“. Rita Dormann und Johann Stefan waren sich einig, dass man das so eng nicht sehen dürfe. „Man muss das von Fall zu Fall entscheiden“, sagte Dormann.

Wolfgang Gessler, der Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins, wies noch einmal auf die Verschwiegenheitspflicht der Nachtwanderer hin. „Das sollte klar kommuniziert werden, damit es die Jugendlichen wissen. Denn so wird Vertrauen geschaffen“, sagte Gessler. Ein anderer Zuhörer fragte, ob die Nachtwanderer auch auf ältere Menschen zugehen würden. „Wenn jemand unsere Hilfe braucht, helfen wir auch. Dazu sind wir schließlich verpflichtet“, antwortete Stefan.

Die Ilm-Vorsitzende Inge Diehl, die Projektinitiatorin Rita Dormann, und Bezirks- vorsteher Jürgen Lohmann waren am Ende der Veranstaltung mit der Resonanz zufrieden. Schließlich trugen sich einige in die ausliegenden Listen ein und bekundeten damit ihr Interesse am Nachtwandeln.

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WAS NACHTWANDERER WISSEN SOLLTEN

Rahmenbedingungen Die Nachwanderer sollen künftig Freitag- und/oder Samstagabend zu Fuß oder mit Bus und Bahn in Gruppen mit mindestens drei Personen in Möhringen, Sonnenberg und auf dem Fasanenhof unterwegs

sein. Alle Ehrenamtlichen müssen einen Erste-Hilfe-Kurs und ein Deeskalationstraining absolvieren. Die Nachtwanderer haben dunkelblaue Jacken mit einem entsprechenden Logo an, so dass sie auf den ersten Blick erkennbar sind. Die Ehrenamtlichen sind über die Ilm versichert, sie bekommen aber keine Aufwandsentschädigung.

Weitere Infos gibt es unter Telefon 7 19 42 61 oder per Mail an info@ilm-ev.de.

Für ein gutes Miteinander - Filderzeitung vom 12.1.2012

Im März wollen die Nachtwanderer erstmals im gesamten Stadtbezirk unterwegs sein. Von Stefanie Käfferlein

Vielerorts gibt es sie bereits. Auch in den beiden Großen Kreisstädten Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt sind seit dem vergangenen Jahr Nachtwanderer unterwegs. Und das mit Erfolg. Nun will auch Möhringen als erster Stadtbezirk der Landeshauptstadt den Versuch wagen und an den Wochenenden ehrenamtliche Bürger in Gruppen abends zu Fuß sowie per Bus und Bahn auf den Weg durch den Stadtbezirk schicken.

„Wir wollen Freitag- und Samstagabend, beziehungsweise Freitag- oder Samstagabend laufen“ sagt Rita Dormann. „Das kommt darauf an, wie viele Leute wir zusammenbekommen.“ Gemeinsam mit der Initiative Lebensraum Möhringen – Fasanenhof – Sonnenberg (ILM) hat Dormann das Projekt in Möhringen ins Leben gerufen.

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„Es ist toll, wenn solche Ideen von den Bürgern kommen.“ Jürgen Lohmann, Bezirksvorsteher

Die Nachtwanderer wollen ab 21 Uhr an den Wochenenden unterwegs sein. Erste Ehrenamtliche haben Rita Dormann ( li.) und Inge Diehl (2. v. re.) von der ILM bereits gefunden. Hella Wöhrle (re.) ist eine von ihnen. Jürgen Lohmann freut sich über das Engagement. Foto: Käfferlein


„Wir freuen uns, dass Frau Dormann sich auch als Projektleiterin zur Verfügung gestellt hat“, sagt auch Inge Diehl, die Vorsitzende der ILM. Dormann, die selbst Mutter von mittlerweile erwachsenen Kindern ist und sich in der Jugendarbeit der evangelischen Kirche engagiert, hat das Projekt auf dem Kirchentag 2009 in Bremen kennengelernt. „Ich war total begeistert und wollte das auch hier machen“, erzählt die 61-Jährige.

In den vergangenen Monaten ist Dormann in Bernhausen einmal mitgewandert, hat unter anderem Gespräche mit dem Präventionsbeauftragten der Polizei, dem Jugendhaus, dem Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann geführt und das Konzept vorgestellt. „Sie alle waren angetan und auch wir sind der Meinung, dass das positive Auswirkungen auf den gesamten Stadtbezirk haben wird“, sagt Diehl. Das unterstreicht auch Lohmann. „Es ist toll, wenn eine solche Idee direkt aus der Bürgerschaft kommt“, sagt der Bezirksvorsteher. Unterstützt wird das Projekt nicht nur vom Bezirksamt und dem Bezirksbeirat, sondern auch von den Stuttgarter Straßenbahnen und dem Deutschen Roten Kreuz.

Damit die Nachtwanderer so oft als möglich mit ihren graublauen Jacken und weißer Aufschrift unterwegs sein können, hoffen die Organisatoren auf weitere freiwillige Bürger, die sich eine Mitarbeit vorstellen können. „Es kann jeder mitmachen, der mindestens 25 Jahre alt ist und der Verständnis für Jugendliche mitbringt“, sagt Dormann. Letzteres ist schon allein deshalb wichtig, weil sich die Wanderer nicht als Mahner, Hilfssheriffs oder Ordnungshüter verstehen. Sie wollen Zuhörer sein, die mindestens in Dreiergruppen Präsenz zeigen und gegebenenfalls Hilfestellung geben. Auf diese Weise soll ein gutes Miteinander in der Bürgerschaft erreicht werden. Was die Wanderer tun dürfen, und was nicht, in welchen Situationen die Polizei gerufen werden muss und wie Erste Hilfe geleistet wird, erfahren sie einerseits bei einem Erste-Hilfe-Kurs und andererseits bei einem Deeskalationsseminar. „Im März wollen wir das erste Mal wandern“, sagt Tormann.

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DIE NACHTWANDERER, IHRE ARBEIT UND IHRE GESCHICHTE

Geschichte Das Projekt der Nachtwanderer stammt aus Schweden. Dort gibt es bereits mehr als 200 000 Menschen, die an den Wochenenden in Gruppen unterwegs sind. Bremen war die erste Stadt in Deutschland, die die Idee aufgegriffen hat.

Mitmachen Für Interessierte gibt es am kommenden Montag, 16. Januar, eine Informationsveranstaltung im Bürgerhaus am Filderbahnplatz. Beginn ist um 19.30 Uhr. Ein Mitglied der Filderstädter Nachtwanderer wird über die Arbeit und Erfahrungen berichten. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ilm-ev.de. Wer Nachtwanderer werden will, kann sich an Rita Dormann wenden oder an die ILM unter 7194261 sowie per E-Mail an info@ilm-ev.de. 


 Möchten Sie Ideen einbringen oder selbst mitwirken? Schicken Sie uns eine kurze Mail, wir freuen uns auf Sie! 
© 2011 Initiative Lebensraum Möhringen Fasanenhof Sonnenberg e.V. (ILM)