Heimatmuseum Möhringen

Heimatmuseum-Austellungsraum

Das Museum soll bekannter werden und die Möhringer Geschichte soll an anschaulichen Beispielen in zeitgemäßer Aufmachung dargestellt werden.

Die Identifikation der Bevölkerung mit dem Stadtbezirk soll durch die Beschäftigung mit der Geschichte des Ortes gestärkt werden. Ein Team mit ca. 15 Personen regt die Bevölkerung an, sich mit der Geschichte ihres Wohnortes zu beschäftigen. Es betreut das vorhandene Museum, regelt die Führung der Besucher, die Durchführung von Sonderausstellungen, sorgt für die Pflege und Ergänzung der Exponate, versucht, die Präsentation museumspädagogisch auszurichten. 

Projektleitung: Inge Epping


Besuchen Sie auch die Webseiten des Museums:
www.heimatmuseum-moehringen.de 

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Wir haben hier für Sie die bisher erschienenen Artikel dieser Projektgruppe nochmals zusammengefasst:

Ein schöner Erfolg für das Heimatmuseum Möhringen

Die „Lange Nacht der Museen am 17. März 2012 - ein schöner Erfolg für das Heimatmuseum Möhringen


Ausstellung Auwaerter Museum

Inge Epping ( links) und Irene Reichert vom Möhringer Heimatmuseum zeigen im Gottlob Auwärter Museum Keramiken der Unternehmerfamilie Probst. Foto: Filderzeitung 19.März 2012, Cedric Rehman


Zur ersten Möhringer Langen Nacht der Museen am 17. März 2012 hat Herr Konrad Auwärter in seinem Omnibus-Museum im Neotel ein großes Fest arrangiert und in seiner Oldtimergarage den roten Teppich ausrollen lassen.

Dazu wurde die Projektgruppe Heimatmuseum eingeladen, um die Geschichte der Firma Probst&Kluge, die vor der Firma Auwärter /Neoplan auf dem Areal an der Vaihinger Straße produzierte zu präsentieren. Wir haben dieses Angebot gerne angenommen.

Wir bildeten eine kleine Arbeitsgruppe mit Frau Veronika von Dobrogoiski, Frau Karin Mielich, Frau Irene Reichert die einen älteren Text über die Familie Probst&Kluge und deren Kunstkeramikproduktion in Möhringen überarbeiteten. Von Herrn Edmund Hornung wurde dieser Text mit Fotos ergänzt und zu einer Präsentation auf einer Schautafel gestaltet. 

Herr Dr.Geissler erklärte sich bereit aus seinem privaten Fundus, eine Glasvitrine und Probstkeramik aus seiner Sammlung zur Verfügung zu stellen. Herr Manfred Breuning erhielt für die Ausstellung, aus Privatbesitz ein wunderbares Exponat, ein ca. 60 cm großes Papageienpaar. Dieses kam in unserer beleuchteten Vitrine sehr schön zur Geltung und zog staunende Blicke magisch an. Unsere Schautafel war eine gute und informative Ergänzung dazu.

Wir waren überwältigt von dem großen Interesse, das unsere Ausstellung fand. Die Kurzinformation über die Familie Probst fand raschen Absatz und wir stellten bald fest, dass wir viel mehr interessierte Besucher als erwartet hatten.

Wir bedanken uns bei Herrn Konrad Auwärter für die Einladung und die Schautafel, die nun im Museum steht. Für die Leihgaben, das freundliche Entgegenkommen, die Unterstützung und Hilfe wollen wir uns bei allen Beteiligten recht herzlich bedanken. (Inge Epping)

Eine typisch schwäbische Geschichte - Filderzeitung vom 3.März 2012 2

Das Heimatmuseum stellt Probst-Keramiken bei der Langen Nacht der Museen aus. Von Ina Schäfer

Propst-Filderzeitung-Maerz-2012

Im Heimatmuseum ist eine Auswahl der Keramik ausgestellt. Für die Lange Nacht der Museen wurden Leihgaben gesammelt.Foto: Ina Schäfer

Die Krüge, Kannen, Vasen und Tierfiguren aus Keramik erzählen alle die gleiche Geschichte. Sie erzählen die Geschichte einer Möhringer Unternehmerfamilie, die sich vom wirtschaftlichen Einbruch während des Ersten Weltkrieges nicht unterkriegen ließ, sondern mit neuen Ideen und neuem Mut einfach weitermachte. Die Rede ist von Berthold Probst und seiner Familie, die 1893 mit der Produktion feuerfester Schamottsteine, Dachziegeln und Tonwaren begann und sich zu einem renommierten Hersteller von Kunstkeramik mauserte.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges waren die Umsätze schlecht, von der neu gegründeten Keramikabteilung versprach sich Berthold Probst einen Aufschwung. Durch den Zusammenschluss mit Max Kluge, einem Stuttgarter Kunstgewerbe- und Fachlehrer für Keramik, wurde der neue Zweig der Firma 1919 besiegelt. Und tatsächlich: Die Keramikabteilung wurde immer bedeutender, die Absatzzahlen immer besser. Rosemarie Kasperkowitz, die als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hei- matmuseum aktiv ist, spricht von einer „typisch schwäbischen Geschichte“. Damit meint sie den Unternehmergeist und den unbedingten Willen auch in Krisenzeiten voranzukommen.

Das Heimatmuseum Möhringen zeigt diesen Teil der Stadtgeschichte in seinen Vitrinen im Spitalhof und am 17. März schließlich im Rahmen der Langen Nacht der Museen in den Räumen des Gottlob-Auwärter-Museums. Konrad Auwärter hat sich sehr dafür eingesetzt, das Heimatmuseum mit ins Boot zu holen. „Auwärter en- gagiert sich mit großer Begeisterung für den Stadtteil“, sagt Inge Epping, die ehrenamtliche Leiterin des Museums. „Er ist ganz in seinem Element. Davon haben wir uns richtig mitreißen lassen.“ Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Heimatmuseums haben sich für den Abend mächtig ins Zeug gelegt. Erstmals beteiligt sich das Museum an einer derart großen Veranstaltung. So hat man für die Ausstellung Leihgaben aus Privathaushalten gesammelt und eine aufwändige Schautafel ausgearbeitet. Siegmund Hornung hat sich um die Fotos und die Gestaltung gekümmert. Inge Epping nennt ihn die „gute Seele der Vorbereitungen“, denn „ohne ihn und seine Arbeit wäre alles nicht möglich gewesen“. Der Arbeitskreis Text, bestehend aus Veronika von Dobrogoiski, Karin Mielich, Irene Reichert und Inge Epping, hat mit der Überarbeitung von Texten zur Geschichte der Firma Probst einen umfangreichen Beitrag geleistet. Am Abend werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Wechsel vor Ort sein, um Auskunft zu geben.

Im Gottlob-Auwärter-Museum sind die Exponate des Heimatmuseums auf den er- sten Blick sicherlich exotisch. Denn dort geht es natürlich in erster Linie um Automobilhistorie. Doch Probst und Auwärter passen gut zusammen: Nachdem die Firma Probst 1934 ihren Betrieb stillgelegt hatte, wurde das Areal von Auwärter aufgekauft.


DIE LANGE NACHT DER MUSEEN IM GOTTLOB-AUWÄRTER-MUSEUM

Auwärter Bei der Langen Nacht der Museen rollt das Gottlob-Auwärter-Museum den roten Teppich aus. Von 19 bis 2 Uhr werden können dort die historischen Omnibusse und andere Fahrzeuge besichtigt werden. Exklusiv für diesen Abend öffnet Konrad Auwärter außerdem seine Automobil-Schatzkammer. Darin zu sehen sind rund 200 bisher noch nie gezeigte Oldtimer. Zusätzlich informieren Führungen über die Geschichte der Möhringer Omnibus-Firma. Passend zu den Exponaten informiert das Wirtschaftsarchiv Hohenheim über den Karosserie- und Fahrzeugbau in Baden-Württemberg.

Rahmenprogramm Fürs leibliche Wohl gibt es während der Langen Nacht der Museen „Rolands Maultaschen“ und andere schwäbische Spezialitäten sowie ein Weißwurstfrühstück, das es von 0.01 Uhr an im ADAC-Infobus, Baujahr 1952, gibt. Der Abend wird musikalisch begleitet vom Pianisten Heiner Costabel. 

Premiere bestanden - Filderzeitung vom 11.10.2011

Möhringen. Das Heimatmuseum hat am Sonntag eine Feuerwehr- Ausstellung im Spitalhof gezeigt. Von Stefanie Käfferlein

Heimatmuseum-feuerwehr

Inge Epping, Leiterin des Heimatmuseums, und Karin Mielich, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, nehmen die Uniform in Augenschein. Foto: Stefanie Käfferlein

Es war ihre Premiere als ehrenamtliche Leiterin des Heimatmuseums. Am Sonntag zeigte Inge Epping gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern des Heimatmuseum-Teams während des Möhringer Herbstes eine Ausstellung zur Feuerwehr im Spitalhof.

„Wir waren zufrieden mit der Resonanz“, sagt Epping. „Ursprünglich hatten wir vorgesehen, die Ausstellung im Pavillon im Freien zu zeigen.“ Wegen der Wetter- vorhersage hatte sich die Projektgruppe Heimatmuseum am Freitag in ihrer Sitzung kurzfristig dazu entschlossen, die Exponate im Inneren des Gebäudes zu zeigen. Zu sehen waren am Wochenende unter anderem eine Feuerwehruniform sowie mehrere Helme. „Die Uniform und drei Helme sind aus dem Heimatmuseum“, sagt Epping. Die übrigen Exponate hatte das Team vom Stuttgarter Feuerwehrmuseum geliehen. Ein Höhepunkt für die Kinder sei vor allem ein Kinderhelm gewesen, den sich die kleinen Besucher aufsetzen konnten.

Allein stemmen mussten Inge Epping und ihr Team die Vorbereitungen nicht. „Herr Honig, mein Vorgänger, hat mir gut zugearbeitet, wofür ich ihm sehr dankbar war“, sagt Epping. „Er hat die Basis geliefert, und ich habe es umgesetzt“, sagt sie. Eine Dekorateurin von Wolfgang Gessler, dem Vorsitzenden des Gewerbe- und Handelsvereins Möhringen, hatte die Uniform mit Seidenpapier unterfüttert.

Kurioses von den Fildern, Filder-Zeitung vom 10.09.2011

Margarete Maier, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Heimatmuseum Möhringen, erzählt von einem warmen Bettgenossen.

Noch bis ins 20. Jahrhundert wurden die Schlafräume in ärmlichen Haushalten nicht beheizt. Als einzige Wärmequellen dienten erhitzte Steine oder Bettflaschen, die früher aus Ton gefertigt und mit heißem Sand gefüllt waren. Schon um 1520 gab es die ersten Wärmflaschen aus Zinn, später wurden sie aus Zink, Kupfer, Messing, Aluminium, Glas oder Steingut gefertigt. Die Steingutflaschen wurden von den Bevölkerungsschichten benutzt, die sich kein Metall leisten konnten. Da Kupfer die Wärme besonders gut leitet und sich gut formen lässt, war es im 18. Jahrhundert das bevorzugte Material. Die Bettflaschen wurden mit glühender Holzkohle, aber auch mit warmem Sand gefüllt. Auch Kupfer war nur für die gehobenen Kreise erschwinglich. Im Fundus des Heimatmuseums findet sich eine Bettflasche, die eine Aussparung zum Warmhalten einer Kindertrinkflasche enthält. So konnte diese gleich miterwärmt werden. Diese Bettflasche wurde von einer Vaihingerin abgegeben und stammt aus dem Familiennachlass.

Heimatmuseum-Bettflasche

In Sachsen-Anhalt wird die Aussparung für die Babyflasche Ludelloch genannt. 

Text, Foto: Gabi Ridder

Kurioses von den Fildern, Filder-Zeitung vom 07.09.2011

Theodor Honig, ehrenamtlicher Leiter des Heimatmuseums Möhringen, berichtet von einem äußerst zeugungsfähigen Lehrer.

In der Möhringer Martinskirche hing einst ein Andachtsbild, das für den Lehrer und Schultheiß Isaak Wolff (1661-1741) gestiftet wurde. Heute beherbergt das Heimatmuseum das auf Holz gemalte Epitaph. Es ist mit Namen und Lebensdaten beschriftet, wie es im 16. und 17. Jahrhundert im städtischen Bürgertum als Repräsentationsform üblich war. „Wie auf der Platte zu sehen ist, war der Möhringer äußerst zeugungswillig und -fähig“, sagt Theodor Honig. Issak Wolff war zuerst 28 Jahre lang Schulmeister, das Amt übernahm er 1684 von seinem Vater, und anschließend die gleiche Zeit Schultheiß. Seine erste Ehefrau war Agatha Gohl. Nach deren Tod heiratete er Maria Elisabetha Maucharts. Die beiden Frauen gebaren acht Sönne und sieben Töchter, wobei sechs der Kinder früh gestorben sind. „Die restlichen neun Kinder waren später als Verheiratete ebenfalls sehr zeugungsfreudig. Issak Wolff hatte 64 Enkel und 33 Urenkel, so erlebte er an seinem Sterbebett 122 Nachkommen“, erzählt Theodor Honig. 

Heimatmuseum-Epitaph

Das Epitaph für Issak Wolff ist im Heimatmuseum ausgestellt.


Text, Foto: Gabi Ridder

Feuerwehr und Schule im Fokus - Filder-Zeitung vom 6.9.2011

Möhringen. Die Projektgruppe Heimatmuseum hat mit Inge Epping eine neue ehrenamtliche Leiterin. Von Kai Müller

Das ist für mich ein ganz neues Metier“, sagt die Technische Angestellte im Stuttgarter Stadtplanungsamt. Für die Möhringerin ist klar: „Man kann die Zukunft besser verstehen, wenn man die Vergangenheit kennt.“ Inge Epping war früher selbst oftmals zu Gast, wenn das Heimatmuseum-Team wieder eine neue Ausstellung organisiert hatte.

Statt nur dabei, ist sie nun mittendrin: Derzeit ist die neue Leiterin dabei, eine Präsentation für die Veranstaltung Möhringer Herbst vorzubereiten. Am 9. Oktober beteiligt sich das Heimatmuseum mit einer Ausstellung zum Thema „Feuerwehr in Möhringen“.

Inge Epping ist froh, dass sie Starthilfe bekommt und etwa auf das Wissen von Margarete Maier und Veronika von Dobrogoiski zurückgreifen kann. „Ich bin noch ganz frisch, quasi ein Azubi“, sagt die neue Leiterin. Sie freut es besonders, dass auch ihr Vorgänger im Amt, Theodor Honig, sie an seinen Erfahrungen teilhaben lässt: „Das ist wirklich eine ganz prima Verbindung.“

Nach mehr als sieben Jahren als ehrenamtlicher Museumsleiter hatte Honig im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abgegeben. Für ihn ist das Museum eine echte Herzensangelegenheit gewesen, in die er auch viel Zeit und Energie investiert hat. Durch sein Engagement hat Honig die Messlatte natürlich hochgelegt.

NeueLeiterinHeimatmuseum

Im Heimatmuseum Möhringen gibt es allerhand zu bestaunen, etwa eine alte Feuerwehrspritze. Sehr zur Freude der ILM-Vorsitzenden Inge Diehl (links) hat die Projektgruppe mit Inge Epping (rechts) nun eine neue ehrenamtliche Leiterin gefunden. Foto: Kai Müller

Das Museum wird bei vielen Bürgern geschätzt. „Gerade die älteren Bewohner hängen am Heimatmuseum“, erklärt Inge Diehl, Vorsitzende der Initiative Lebensraum Möhringen (ILM). Die Museumsgruppe ist eines von vielen Projekten der Initiative. Das Kulturamt steht beratend zur Verfügung. Bereits im Februar hatte die Filder-Zeitung über die Suche der Projektgruppe nach einem ehrenamtlichen Leiter berichtet. „Aus der vorhandenen Gruppe wollte es niemand machen“, erklärt Diehl. Vier Neulinge stießen schließlich zu der zwölf bis 14 Köpfe starken Gruppe. Dazu gehörte auch Inge Epping, die schließlich im Juli zur neuen Leiterin gewählt wurde. „Dafür sind wir ihr sehr dankbar“, ergänzt Diehl.

Aus Zeitgründen wird es in diesem Jahr keine Sonderausstellung mehr geben, doch die Planungen für das nächste Jahr laufen bereits. Eine Sonderschau zum Thema „Schulzeit in Möhringen“ soll im Herbst 2012 eröffnet werden. Dafür will Epping auch die Möhringer Schulen zur Teilnahme bewegen: „Wir wollen einen Bogen bis zur Jetzt-Zeit spannen.“ In Sherlock-Holmes-Manier hat sich Epping auf die Suche nach einer alten Schulbank gemacht: „Eine Schiefertafel ist bereits vorhanden.“

Epping und ihre Mitstreiter würden sich auch wünschen, dass der ein oder andere Möhringer seine Schulstreiche zu Papier bringt: „Wir wollen die Bürger mit einbeziehen.“ Das Heimatmuseum soll weiterhin am Samstagvormittag von 10 bis 12 Uhr geöffnet haben. „Wenn sich jemand findet, würden wir das auch gern auf den Sonntagnachmittag ausweiten“, sagt Diehl.

Epping hofft derweil, dass sich noch einige junge Mitstreiter finden. Sie ist begeistert davon, was die Gruppe bisher geleistet hat: „Das ist alles sehr liebevoll arrangiert. Ich habe viel über Möhringen erfahren.“ Unter anderem auch, dass im Stadtbezirk einst Keramiken hergestellt wurden. Epping weiß, dass sie sich in ihre neue Aufgabe erst noch hineinfinden muss: „Das wird für mich schon ein Abenteuer.“

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Info
Wer Interesse hat bei der ILM–Museumsgruppe mitzuarbeiten, erhält unter der Telefonnummer 7194261 nähere Auskünfte, auch darüber, wann sich die ehrenamtlichen Aktiven das nächste Mal treffen.

Kurioses von den Fildern, Filder-Zeitung vom 01.09.2011

Margarete Maier, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Heimatmuseum Möhringen, weist auf ein ungewöhnliches Spielzeug hin.

Die Geschichte der Puppenstube geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das älteste bekannte Puppenhaus wurde 1558 für Herzog Albrecht V. von Bayern gebaut – allerdings nicht als Spielzeug, sondern als kleines Kunstwerk und Schaustück. Im 17. und 18. Jahrhundert griffen reiche Patrizierfamilien in Nürnberg und Augsburg diese Idee auf und ließen sich ihre Häuser im Kleinformat nachbauen, um ihren Reichtum zu zeigen. Zu dieser Zeit waren sie lediglich Präsentationsobjekte der Erwachsenen. Erst im Biedermeier entstanden die ersten Puppenstuben für Mädchen, um sie spielerisch auf ihre spätere Aufgabe als Hausfrau vorzubereiten. Vorbild waren die Wohnungen gehobener Bürgerfamilien, die möglichst naturgetreu wiedergegeben wurden. Puppenstuben und ihr Mobiliar sind traditionell aus Holz hergestellt, heute jedoch häufig auch aus Kunststoff. Mittlerweile werden Puppenstuben industriell gefertigt, in ärmeren Familien entstanden sie jedoch in einfacher Form in Handarbeit. Das Möhringer Museum hat aus der Sammlung Schaldecker eine Puppenstube von 1820 erhalten, die komplett aus Blech angefertigt ist. „Sicher eine Rarität und teuer in der Herstellung“, sagt Margarete Maier. „Vermutlich auch schwer anzufertigen, da galt es zu hämmern und zu schmieden, das kann nicht jeder.“

Puppenstube

Die Puppenstube aus Blech stammt von 1820 und ist eine Rarität.


gr, Foto: Gabi Ridder


Kurioses von den Fildern, Filder-Zeitung vom 30.08.2011

Margarete Maier, ehrenamtliche Mitarbeite- rin im Heimatmuseum Möhringen, erzählt von Bildern aus echtem Frauenhaar.

Im frühen 19. Jahrhundert waren Haarbilder ein beliebter Wandschmuck in bürgerlichen Wohnräumen. Meist wurden sie zu floralen Motiven geflochten, geklöppelt oder gewoben. Man bewahrte auf diese Weise die Haare von nahestehenden und geliebten Personen auf, als Andenken an besondere Ereignisse wie Taufe, Hochzeit oder Tod. Im Museum zeugt ein Blumenbild hinter Glas aus dem Haar von Magdalena, Tochter des Schulmeisters Johann Martin Schaible, von diesem Brauch. Es ist auf 1860 datiert. Häufig waren die Haargebilde auch eine Liebesgabe an den Verlobten. Die Herstellung erfolgte in Handarbeit zumeist von Perückenmachern und Frisören, die nach der Französischen Revolution damit ein neues Betätigungsfeld fanden. Karin Rüger hat dem Museum eine geflochtene Kette aus dem 19. Jahrhundert überlassen, die als Schmuckstück gefasst und an eine Zwiebeluhr gehängt wurde. Friedrich Run hat ein Stück gestiftet, das aus den Haaren von Susanne Chatharina Heinzelmann (1824- 1848) gebildet wurde. Durch die Fotografie kamen Haarbilder aus der Mode.

Frauenhaar

Drei Beispiele für die kunstvolle Verwendung von Frauenhaar.

gr, Foto: Gabi Ridder

Kurioses von den Fildern, Filder-Zeitung vom 18.8.2011

Margarete Maier, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Heimatmuseum Möhringen, erzählt die Geschichte einer Verwechslung.

Gesangbuch

In Möhringen kursiert die Geschichte über eine Bäuerin, die einst im Winter vor dem sonntäglichen Kirchgang das Mittagessen hergerichtet und zum Köcheln aufgesetzt hat. Als sie in der Kirche eintraf, wurde sie von der Nachbarin gefragt, warum sie denn ein Stück Speck in der Hand halte. Darüber erschrak die Bäuerin sehr und antwortete, vermutlich habe sie das Gesangbuch statt den Speck im Sauerkrauttopf versenkt. Wäre die Landwirtin vermögend gewesen, hätte die Verwechslung niemals stattfinden können. Denn, wer zu jener Zeit Geld hatte oder lange sparte, konnte sich eine speziell angefertigte Tasche für das Gesangbuch leisten. Manchmal bekam sie auch eine Konfirmandin als Patengeschenk, wie einst Emilie Henke. Ihre Tasche war aus Leder gefertigt und schützte das 1. Württembergische Gesangbuch von 1912. Außen waren zwei Einschubfächer angebracht, eines diente zur Aufbewahrung des Taschentuchs, das kleinere mit Druckknopf zum Verschließen fürs Opfergeld. Die Tasche von Emilie Henke wurde später von ihrer Schwiegertochter Ruth Henke entdeckt und dem Heimatmuseum gestiftet.

Die Gesangsbuchtasche kann im Heimatmuseum besichtigt werden. 

gr, Foto: Gabi Ridder

Kurioses von den Fildern, Filder-Zeitung vom 10.8.2011

Margarete Maier, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Heimatmuseum, erzählt von einer alten Legende.

heilbrunnen

Der Überlieferung nach, überlebte im Spätmittelalter ein Kind einen schweren Unfall mit einem Pferdefuhrwerk, nachdem es in der Heilbrunnenquelle gewaschen worden war. Weil offensichtlich Maria ihre Hände im Spiel hatte, wurde 1495 neben der Quelle eine Marienkapelle errichtet. Nach der Reformation ist die auch Frauenkirche genannte Kapelle zerfallen. Der mit Steinen eingefasste Heilbrunnen neben einer alten Linde blieb aber erhalten. Später soll dort der Ortsgeschichte zufolge ein Badhaus gestanden haben. 1899 errichtete der Schneidermeister Friedrich Wagner an der gleichen Stelle eine Wirtschaft und baute Wannenbäder ein. Im Jahr 1927 wurde auf der Fläche das Freibad angelegt. Die Erinnerung an die Heilbrunnenquelle war da längst verblasst. Bis vor 20 Jahren zufällig der alte Wasserspeier bei einem Landwirt entdeckt wurde. Er hatte den etwa fünf Kilogramm schweren Stein zweckentfremdet, er diente ihm als Gewicht auf einem Sauerkrautfass. Schließlich ist der Wasserspeier im Heimatmuseum gelandet. Ein an der Marienkapelle eingelassener Apostelkopf ziert heute die Mauer beim Bürgertreff.

Der Wasserspeier der Heilbrunnenquelle steht heute im Heimatmuseum.

gr, Foto: Ridder

Kurioses von den Fildern, Filder-Zeitung vom 4.8.2011

Margarete Maier, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Heimatmuseum Möhringen, berichtet über ein Küchengerät.

Krauthobel

Im Fundus des Museums im Spitalhof befindet sich ein Krauthobel, der noch bis vor wenigen Jahren von Gerhard und Margarete Weckerle zum Krautmachen für den Hausgebrauch benutzt wurde. Der Hobel stammt aus dem Nachlass des Großvaters, Josef Vogellehner, der von 1899 bis 1990 in der Nähe von Ulm lebte, genauer gesagt in Ehrenstein, das später in Blaustein umbenannt wurde. Vogellehner war Werkzeugmacher und Bastler und arbeitete einst in der Pflugfabrik Eberhard. Irgendwann ging das Küchengerät der Familie Eberhard kaputt und landete zum Reparieren bei Josef Vogellehner. Die ersten Bastelversuche gingen schief, und die Familie Eberhard beschaffte einen Ersatz.

Der Krauthobel für den Hausgebrauch steht heute im Heimatmuseum.

Jahre später versuchte sich Josef Vogellehner erneut – dieses Mal war die Reparatur von Erfolg gekrönt. Fortan wurde der Krauthobel stets im Herbst bei Familie Vogellehner an den Küchentisch geschraubt. Später landete er in Möhringen bei Weckerles. Das Ding hobelte das Gemüse besonders fein. Zuvor musste der Krautkopf halbiert und vom Strunk befreit werden. Freilich war der Betrieb mühevoll, weshalb der Hobel schließlich im Museum landete. gr - Foto: Ridder

Was gibt es Neues vom Spitalhof? Projektgruppe Heimatmuseum ist gewachsen

Vier neue Mitarbeiterinnen für die Projektgruppe Heimatmuseum interessieren sich aufgrund eines Zeitungsartikels für die Arbeit im Museum und eine neue Sonderausstellung ist in der Planungsphase: "SCHULE", so lautet der Arbeitstitel. Die Vorbereitungsgruppe besteht aus alten und neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Termin für den Beginn der Ausstellung ist noch offen, damit in aller Ruhe geforscht und nach Exponaten gesucht werden kann. Wer die Gruppe mit Beiträgen, Fotos, Gegenständen aus alten Schulzeiten in Möhringen unterstützen möchte, gebe bitte Bescheid unter Tel. 7194261 oder email: -siehe Kontakt -. Wir sind gespannt auf die neue Sonderausstellung.

Eine kleine Gruppe von erfahrenen Mitarbeiterinnen wird sich in den nächsten Wochen den vielen Schubladen, Schränken und Fächern im Museum widmen und die Bestände sichten. Vielleicht werden da noch einige verborgene Schätze ans Tageslicht befördert. Man darf gespannt sein. (Birgit Keyerleber)

Filder-Zeitung vom 27. November 2010 Figuren aus Wäscheklammern und Stroh

Figuren aus Wäscheklammern und Stroh

Das Heimatmuseum zeigt bis 6. Januar Krippen aus Privatbesitz

Margarete Maier, Mitglied des ehrenamtlichen Museumsteams ist begeistert: "Wir haben eine große Zahl und bunte Mischung an Leihgaben bekommen. Die Vielzahl haben wir nicht erwartet, denn die Bürger verzichten während der Festtage wegen der Ausstellung auf ihr schönes Stück." Die meisten Exponate sind selbst gefertigt. Darunter sind seltene Darstellungen, etwa die Geburtsszene als Miniatur in einer Walnussschale und in einer Amethyst-Druse. Andere Krippen sind kurios, weil die Figuren aus Wäscheklammern, Stroh oder Pfeifenputzern hergestellt wurden. Zu sehen sind aber auch wertvolle Krippen, deren zahlreiche Figuren erst im Lauf vieler Jahre erstanden wurden. "Eine Besonderheit ist eine oberbayrische Barockkrippe", sagt Maier. Christel Wandel aus Degerloch hat alles bis hin zu den Spitzenhauben der Allgäuer Tracht in viel Kleinarbeit hergestellt. Aus Heimatgefühl hat sie eine Figur in der Degerlocher Tracht dazwischen geschmuggelt. Die meisten Exponate stammen aus Möhringen, Vaihingen, Birkach und Degerloch. "Obwohl die Menschen nicht weit voneinander entfernt leben, unterscheiden sich die Leihgaben stark, die Geschmäcker sind halt verschieden", sagt Maier.

75 Jahre Heimatmuseum Ein kurzer Abriss der Museumsgeschichte

Die Geschichte des Heimatmuseums beginnt mit dem Leipziger Gewerbeoberlehrer Herrn Kurt Gläsche, der 1929 nach Möhringen zog. Er erforschte seine neue Heimat und durchstreifte die Umgebung; zu dieser Zeit standen am Rande der Bauernhöfe viele alte Gerätschaften herum, denn die Moderne hatte Einzug gehalten. Herr Gläsche wollte diese alten Geräte erhalten und für die Nachwelt ausstellen. 1933 begeisterte er den Bürgermeister der Gemeinde Möhringen Herrn Neuhöfer von der Idee ein Museum zu gründen. Herr Gläsche umwarb geschickt die Bauern der Umgebung und durch die Zugabe seiner eigenen Mineralien- und Schmetter­lings­sa­mmlung hatte er bald eine beachtliche Anzahl von Exponaten zusammen. 

Am 1.2.1935 wurde das Heimatmuseum im Spitalhofgebäude eingeweiht. Bis Ende 1939 war Herr Gläsche all­einiger ehren­amtlicher Leiter des Museums und wohnte auch gleich nebenan im Ge­bäu­de am Wohn­turm. Nach einigen Querelen und Intri­gen musste er da­mals von Möh­ringen nach Rohr ziehen. Er schaffte es jedoch noch, als Nachfolger Herrn Rudolf Weißer (Geolo­ge und Hei­mat­forscher) aus Degerloch zu ge­winnen. Herr Weißer war ab 1940 der Museums­pfleger. 1942 ging das Museum in Besitz der Landeshauptstadt Stuttgart über. In den Kriegsjahren kam es zu starken Beschädigungen des Spitalhofes, so dass Herr Weißer einen Teil der un­be­schädigten Exponate auslagern musste. Nach dem Krieg konnte glücklicherweise verhindert werden, dass die erste Etage des Spitalhofes, in dem die Mu­se­umsräume unter­gebracht waren, für die Wohn­raumbewirt­schaftung genutzt wurden. Endlich konn­te 1951 dank dem Bezirksvorsteher Herrn Ruff, der Stadt Stuttgart und natürlich Herrn Weißer das Hei­mat­museum wieder eröffnet werden. 1955 war je­doch das Spital­hof­ge­bäude so baufällig, dass der 76-jäh­rige Rudolf Weißer wieder alles einpacken und im Rat­haus sowie unten in Stuttgart zwischenlagern musste. 

Der alte Spitalhof wurde schließlich abgerissen und mit der alten Außenfassade wieder aufgebaut. Im obersten Stockwerk fand das Heimatmuseum wieder ein Zuhause. Mehrere Hausmeister für den Spitalhof kamen und gingen, aber das Museum war bis Som­mer 2000 nicht mehr geöffnet. Frau von Dobrogoiski kam über den Frauenkreis in den Spitalhof und be­merk­te, dass das Museum immer geschlossen war. Durch ihre Initiative und Herrn Bezirksvorsteher Lohmanns Hilfe konnten seit September 2000 wieder verläss­liche Öffnungszeiten im Museum angeboten wer­den. 

Im Laufe der nächsten Jahre entwickelte sich in verschiedenen Treffen eine Arbeitsgruppe der ILM, die im Zusammenwirken mit dem damaligen Stadtarchiv für das Heimatmuseum Konzepte erstellte und viele Sonderausstellungen organisierte. Als erste Projektleiterin war Frau Bielefeld tätig und seit 2003 gehört Herr Honig zur Gruppe. Nach kurzer Zeit übernahm Herr Honig die Projektleitung. Bald war er die zentrale Anlaufstelle für 'alle Angelegenheiten' das Heimatmuseum betreffend. In diesen Jahren sind unter seiner Regie viele erfolgreiche Ausstellungen entstanden, so z. B. zuletzt 'Puppenstuben' und 'Geräte aus Großmutters Haushalt'. (Birgit Dirksmöller nach einem Vortrag von Margarete Maier)

Filderzeitung vom 9. Februar 2010 Fernöstliches zum 75-Jahr-Jubiläum

Das Heimatmuseum feiert Geburtstag mit drei Ausstellungen. Den Anfang macht Kalligrafie aus China. Von Gabi Richter

Die älteste Form der chinesischen Schriftzeichen oder Kalligrafie nennt sich 'Zhuàn chü'. Bis heute wird sie in der Schule unterrichtet. 'Kalligrafie ist eine gute Übung für Geduld und Konzentration. Sie fördert die Schönschrift und bewahrt zudem das Weitergeben unserer alten Tradition', sagt Yingling Werner. Die Zeichen werden mit dem Pinsel in einem zarten Schwung geschrieben. Weder Arm noch Hand dürfen dabei aufliegen, erzählt die gebürtige Taiwanerin mit Schweizer Pass. Sie ist Mitglied im Möhringer Kunstkreis und zählt seit einem Jahr zum ehrenamtlichen Museumsteam.

Kürzlich reiste die 46-jährige nach China, dem Geburtsland ihres Vaters, um in der Yulin Messehalle in Kangxi ihren Zyklus mit Arbeiten zum Thema 'Stuttgart City' zu präsentieren. Dort hat sie Huang Li, Direktorin der Abteilung Kalligrafie und Malerei am Institut für Wissenschaft und Technik, kennen gelernt. Die chinesische Malerin war von der Idee eines künstlerischen Austausches begeistert und hat nun 20 Bilder mit Kalligrafie dem Heimatmuseum Möhringen zum 75-Jahr-Jubiläum geschenkt.

Unter den Arbeiten befindet sich ein Bogen mit dem Titel '100 Pferde galoppieren 1000 Kilometer weit'. Im Chinesischen gibt es unzählige Schriftzeichen, die mit dem Wort Pferd zu tun haben, beispielsweise ein bockiges, ein springendes, ein stehendes oder eben ein galoppierendes Pferd', erläutert Werner. In Anlehnung an das Stuttgarter Wahrzeichen, das Rössle, sei eine Arbeit entstanden. 'Und weil das Heimatmuseum Altes bewahrt und daran erinnert, sei es naheliegend gewesen, dort die alte Tradition der Kalligrafie zu zeigen', so Werner.

Im Jubiläumsjahr haben Theodor Honig und sein Museumsteam zwei weitere Ausstellungen organisiert. Ende Juni hofft er, Arbeiten von Anna und Pietronelle Peters aus Sonnenberg zeigen zu können. 'Im Augenblick verhandle ich noch mit dem Stadtarchiv, dort sind die Bilder mit Blumen, Landschaften und Kinderproträts eingelagert', sagt Honig. Zum Jahresende ist eine Ausstellung mit Weihnachtskrippen geplant. Die Idee, gemeinsam mit Möhringer Vereinen einen Brauchtumsabend zu organisieren, hat der ehrenamtliche Museumsleiter aus finanziellen Gründen leider verwerfen müssen. An die Gründung des Heimatmuseums, den Einzug im Spitalhof an der Filderbahnstraße im Jahr 1935 und die Geschichte Möhringens wird mit Fotografien erinnert. 'Sie werden in den Schaukästen in der Mauer des Spitalhofes gezeigt', sagt Honig.

Möhringen aktuell, Ausgabe 2/2010 75 Jahre Heimatmuseum

Heimatmuseum vermittelt Heimatgefühl

75 Jahre Heimatmuseum: Ein Blick in die Vergangenheit

Ein geschichtsträchtiges Haus in Möhringen feiert Jubiläum - nicht mit Pauken und Trompeten oder einem teuren Festabend, sondern mit drei Ausstellungen, die den Besuchern ein Stück Heimatgefühl vermitteln sollen. Das Heimatmuseum Möhrigen wird 75 Jahre alt. 'Um die nächsten 25 Jahre braucht es uns nicht Bange sein, bei diesen engageirten Mitgliedern der Projektgruppe Heimatmuseum', lobte Dr. Manfred Schmid vom Kulturamt der Stadt Stuttgart die ehrenamtlich Tätigen.

'Und genau dieses Ehrenamt von Möhringer Bürgern hat unter dem damals neuen Bezirksvorsteher (seit 1989) das Heimatmuseum aus dem Dornröschenschlaf gerissen', wie es Jürgen Lohmann formulierte.

Ein Blick 75 Jahre zurück: Zum Vortragsabend am 21 April 1934 im Gasthof zum Bahnhof bei Wirt Wilhelm Wolf hatte Bürgermeister Max Neunhoeffer den Gemeinderat und einige 'honorige' Bürger Möhringens sowie etliche Bürgermeister umliegender Fildergemeinden eingeladen. Mit den im Vortrag gemachten Ausführungen von Initiator Kurt Gläsche zu einem Heimatmuseum für die Filder waren die Anwesenden einverstanden und man beschloss die Gründung des Heimatmuseums als 'Haus der Heimat'. Rund neun Monate später, am 1. Februar 1935 fand der große Umzug in das frei gewordene Spitalhof-Gebäude statt.1942 wurde das Museum, nach der Eingemeindung Möhringens nach Stuttgart, vom Kulturamt der Stadt Stuttgart übernommen.


Zeugnisse zur Ortsgeschichte

75 Jahre alt, doch so jung wie noch nie! 'Wir wollen mit unseren Ausstellungen einen Blick in die Vergangenheit ermöglichen und das Heimatgefühl stärken', betont Theodor Honig, Projektleiter Heimatmuseum Möhringen. Die Sammlung gibt einen Einblick in das Leben der Möhringer in vergangene Zeiten. Neben vor- und frühgeschichtlichen Funden finden sich im Museum vor allem Zeugnisse zur Ortsgeschichte: Ansichten von Möhringen, Dokumente zur Vereinsgeschichte sowie Hausrat, Arbeitsgeräte und Textilien aus der bäuerlichen Vergangenheit. Aber auch die Geschichte des Ortes zwischen Esslingen und Stuttgart, seine Leinenwebertradition und Industrigeschichte sind dokumentiert. Darüber hinaus zeigt das Museum regelmäßig Sonderausstellungen und Einzelveranstaltungen.


Ehrenamt ist unentbehrlich

Durch das Engagement der Initiative Lebensraum Möhringen ist das Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Die ehrenamtliche Projektgruppe stellt die Möhringer Geschichte anhand von Exponaten anschaulich dar. Sie betreut das Musum, bietet Führungen an, pflegt die Exponate und ergänzt die Sammlung. Auch anhand der Besucherzahlen kann man erkennen, dass das Museum an Bedeutung gewonnen hat: Im Jahr 2002 besuchten das im November 2001 wiedereröffnete Heimatmuseum 100 Bürger - im abgelaufenen Jahr waren es 2500 Besucher.


Im November plant Honig eine Krippenausstellung. 'Wir sind auf Exponate auf Leihbasis der Bürger angewiesen', so der Projektleiter und fügt hinzu: 'allerdings müssen die Leute dann bereit sein auf ihre Krippen über die Weihnachtszeit zu verzichten'. Zum Wohle des Heimatgefühls

Neues aus dem Heimatmuseum Eine Ausstellung mit Hindernissen

Auch in diesem Jahr plante die Museumsgruppe aktiv mit einem eigenen Stand und einem kleinen „Freiluftmuseum“ am „Möhringer Herbst“ teil­zu­nehmen. Geplant war, die größeren Gerät­schaften aus der Landwirtschaft und der Flachs­ver­ar­bei­tung, welche sich in unseren Kellerräumen im Spi­tal­hof befinden und die wir aus Platzgründen im Mu­se­um nicht zeigen können, auf der Grünfläche vor dem Mu­seum aufzubauen.  

Newsletter-2-Nov2009-museum

Als wir am Samstag vor der Veranstaltung zum Spitalhof kamen, stand jedoch auf dem uns zuge­teilten Platz ein riesiger Kühlcontainer der Brauerei Ketterer, Pforzheim. Auf unsere Beschwerde hin versprach man uns, das Hindernis sofort zu beseitigen, was man auch ver­suchte. Als man jedoch eine Zugmaschine an den Container anhängte und losfahren wollte, brach die Anhängerkupplung bei geschlossener Bremse. Nun stand der Koloss auf unserem Platz und war bis zum nächsten Mittwoch nicht von der Stelle zu bewegen.

Nun hieß es schnell um­dis­po­nieren. Nach Ab­spra­che mit den Mitarbeiterinnen der Stadt­teil­büche­rei durften wir das Foyer im Spital­hof­gebäude als Aus­stellungs­fläche nutzen, sodass die kleine Sonder­aus­stellung doch noch gezeigt werden konnte.

Unseren Ausstellungspavillon stellten wir dennoch im Freien auf und konnten gute Besucherzahlen ver­zeichnen. Viel Ärger, große Aufregung – aber am Ende ging doch alles gut aus - dank der fleißigen Mithilfe aller Gruppenmitglieder. Bislang besuchten in diesem Jahr über 2 100 Gäste das Museum mit seinen Sonderausstellungen. (Theodor Honig, Foto: Möhringen Aktuell)

Neues aus dem Heimatmuseum

2008 war das bisher erfolg­reich­ste Jahr im Heimatmuseum. Durch zahlreiche Sonder­ver­an­stal­tungen, hier beson­ders die Aus­stel­lung „… rund um die Puppen­stube“, konn­ten wir Besucher­zahlen von über 2500 erreichen, was uns auf Platz 12 aller Stuttgarter Museen, Samm­lun­gen und Galerien brachte. Die Presse er­wähn­te uns im Janu­ar in einem Atem­zug mit dem Daim­ler­museum, der Staats­galerie und dem Württem­ber­gischen Lan­des­museum.

Besonders stolz ist die Projektgruppe auf den Wiederaufbau und die Reno­vierung der Turmuhr der Martinskirche aus dem Jahre 1750. Seit Januar steht die Uhr wie­der auf ihrem alten Platz im Turm der Kir­che und ist der Öffentlich­keit zugänglich.  

Derzeit sind wir mit der Inventarisierung der Museums­be­stände befasst. Eine Aufgabe, die uns wahrscheinlich über das ganze Jahr begleiten wird, da jedes einzelne Exponat beschrieben, ver­messen, datiert und fotografiert werden muss.

Die Gruppe strebt für Juni die nächste Son­der­ausstellung zum Thema „Groß­mut­ters kleine Helfer“ an. Wir sind zur Zeit mit dem Einsammeln von Leihgaben aus der Bevölkerung be­schäf­tigt. Wir su­chen auch weiter alles aus Groß­mutters Haus­halt; besonders würden wir uns über Geräte freuen, deren Gebrauch den jün­geren Mit­bürgern nicht mehr be­kannt ist. Weiter käme uns ein alter, ge­floch­tener Kinderwagen sehr gelegen. Interessen­ten können sich gerne bereits jetzt über die Fort­schritte bei der Ausstellung im Museum informieren, denn ein Besuch im Heimatmuseum Möh­rin­gen lohnt immer.(TH)

Filderzeitung vom 10.09.2008 "Puppenstuben als Spiegel bürgerlicher Wohnkultur"

Puppenstuben als Spiegel bürgerlicher Wohnkultur

Möhringen. Das Heimatmuseum im Spitalhof präsentiert in seiner neuen Ausstellung Puppenstuben aus zwei Jahrhunderten. Rund 40 Exponate, von 1820 bis heute, geben einen Einblick, in die sich wandelnde Wohnkultur. Die Leihgeber stammen aus dem gesamten Filderraum.

"Nach dem Homo Faber oder arbeitenden Menschen, dem Homo Musikus oder musizierenden Menschen, rücken wir dieses Mal den Homo Ludens oder spielenden Menschen in den Mittelpunkt", sagt Theodor Honig, Leiter des Möhringer Heimatmuseums.

Das älteste Stück der Ausstellung stammt aus dem Jahr 1820 und befindet sich im Besitz des Heimatmuseums. "Mit dem Aufblühen des Bürgertums fanden Ende des 18. Jahrhunderts die Puppenstuben und -häuser auch Einzug in bürgerliche Familien", erläutert Honig. Doch ließen sich bereits im 16. Jahrhundert Könige und Fürsten von kunstfertigen Handwerkern prachtvolle Repräsentationsstücke anfertigen. Diese sind freilich nie in Kinderhände gelangt. Erst später, in England um 1691, durften erstmals Kinder unter Aufsicht ihrer Amme die Möbel und anderen Einrichtungsgegenstände anfassen und versetzen", sagt Honig. Als Beispiel diene das Puppenhaus der Anne Sharp von 1691, ein Geschenk ihrer Patentante Queen Anne.

Im Heimatmuseum stehen Leihgaben, die sehr wohl für Kinderhände gedacht waren und detailgetreu die Wirklichkeit widerspiegelten. "Neben den üblichen Einrichtungsgegenständen, Geschirr und Wohnraumaccessoires waren die technischen Errungenschaften, etwa Glühlampen, Telefon, Badewanne und Waschmaschine, beliebtes Inventar", erzählt Honig. Und offensichtlich sei gerade der Nachttopf ein wichtiges Utensil gewesen: "In allen Stuben und Häusern, die wir hier zeigen, ist er zu finden." Daneben präsentiert das Museumsteam Nachbildungen von Kaufläden, Apotheken, einer Waschküche, Konditorei und Spielwarenhandlung. Als Gegensatz gibt eine Zweizimmerwohnung, gebastelt von Paul Kiess, einen Einblick in die spärliche Notunterkunft samt Plumpsklo von Flüchtlingen, Heimatvertriebenen und Ausgebombten. Eine weitere Rarität ist das Faltpuppenhaus aus Papier.

Neben Puppen aus unterschiedlichen Epochen ist auch Bubenspielzeug zu sehen, unter anderem Lokomotiven und Dampfmaschinen sowie eine Ritterburg von 1930, mit der einst Möhringens Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann große Schlachten gewonnen hat. "Wir haben noch weiteres Anschauungsmaterial zur Verfügung gestellt bekommen, konnten es aber aus Platzgründen leider nicht mehr annehmen", bedauert der Museumsleiter.

Die Ausstellung rund um die Puppenstube im Museum im Spitalhof, Filderbahnstraße, kann vom 27. September bis zum 6. Januar samstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenfrei. Museumsleiter Theodor Honig, Telefon 71 09 00, bietet auch Sonderführungen für Gruppen an.

Von Gabi Ridder


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