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Eine Leihoma ganz für uns alleine - 'Knickbein' Nr. 10/8. Jg., Herbst 2011

Eine Mutter berichte über ihre Erfahrungen mit dem Leihgroßelternprojekt der ILM

Ich bin Mutter von drei Kindern, wohne in Möhringen und widme mich derzeit hauptberuflich meinem kleinen "Familienunternehmen". Da ich neben dem Hausfrauendasein gern noch ehrenamtlich tätig sein wollte, habe ich mich Anfang 2011 bei der ILM gemeldet, als ich las, dass Frau Keyerleber, Diakonin in Möhringen und Hauptverantwortliche für das Leihgroßelternprojekt Unterstützung brauchte. 

Nach einem Treffen mit Frau Keyerleber und einem Besuch bei einem der regelmäßig stattfindenden Treffen von ihr und den Leihgroßeltern, bei dem die Begeisterung der Leihgroßeltern übersprang, wollte ich erstens unterstützend tätig sein und zweitens selbst auch eine Leihgroßmutter für uns haben. Zum Glück schlossen sich diese zwei Wünsche nicht gegenseitig aus und so kamen wir schon bald zu unserer Leihoma. Eigentlich war sie für unseren Jüngsten (damals 1 1/2 Jahre alt) gedacht, aber nach anfänglicher Ablehnung und Skepsis, waren die Mädels (7 und 4) nach ersten Annäherungsversuchen schon bald begeistert, dass da eine nette ältere Dame kommt und Zeit hat für Spiele, Unterhaltung, gemeinsame Gartenarbeit und und und. Meistens ist unsere Leihoma, die wir alle duzen dürfen, einmal die Woche morgens mit dem kleinen Baggerfan unterwegs und besucht Baustellen und Spielplätze mit ihm. Wenn Jasper sie sieht, ruft er schon vor lauter Vorfreude "Badda" (soll Bagger heißen) und spaziert los, ohne sich noch einmal nach mir umzudrehen. In den zwei bis drei Stunden kann ich mich mal ungestört meinen anfallenden Arbeiten und Projekten widmen, ganz ohne schlechtes Gewissen, mein Kind schon wieder einer anderen Mama aufs Auge gedrückt zu haben, so toll die gegenseitige Unterstützung in unserem sozialen Netzwerk auch funktioniert. Wenn Jasper dann später schlafend im Kinderwagen zurückkommt, plauschen die Leihoma und ich meist noch ein wenig, bevor wir wieder eine Woche lang unsere Wege gehen. In Notfällen springt sie sich mal zwischendurch oder an einem anderen Wochentag ein, aber über gebühr wollen wir sie nicht strapazieren, denn sie hat genug andere Termine. 

"Mama, kann man Omas und Opas auch leihen?" 'Knickbein' Nr. 10/8. Jg., Herbst 2011

Das ist die Frage eines Kindes, dessen Großeltern nicht um die Ecke wohnen und das selten oder überhaupt nicht die Möglichkeit hat, Großeltern kennen zu lernen. Das war der Aufhänger, im Stadtbezirk Möhringen "besondere" Beziehungen zwischen Jung und Alt zu ermöglichen unter dem Thema "Leihgroßeltern".

Das ist einer von vielen Projekten, in dem die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenho-Sonnenberg e.V. (ILM) tätig sind. Sie werden fragen, wer und was ist und will die ILM. Ausgehend von dem Gedanken, dass die politischen Einheiten in Europa größer und die Strukturen in Familie, Arbeitswelt und Gesellschaft vielfältiger werden, entwickelte sich Ende der 90er Jahre im Rahmen der Evangelischen Kirchgemeinde einen Initiative, der es wichtig was, dass sich Menschen verschiedener Herkunft und Erfahrung an der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens vor Ort im Stadtbezirk Möhringen beteiligen können. Aus dieser Bewegung heraus konnte 2002 offiziell der Verein "Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenho-Sonnenberg e.V." (ILM) gegründet werden. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Ziele, z.B. in den Projekten:

* Besucherbus Bethanien: Hier werden im Linienbetrieb an drei Tagen in der Woche vor allen ältere Besucher vom Bahnhof Möhringen zum Pflegezentrum Bethanien gefahren.
* Besucherdienst: Regelmäßig werden allein lebende ältere Menschen besucht; es wird zusammen gespielt, vorgelesen und auf Spaziergängen begleitet.
* Hausaufgabenbetreuung: Grundschüler an der Riedseeschule, die bei Ihren Hausaufgaben zu Hause keine Hilfe bekommen können, erhalten Unterstützung bei den Schularbeiten, beim Erlernen der deutschen Sprache und beim Umgang miteinander.
* Heimatmuseum Möhringen: Die Museumsgruppe will durch Sonderausstellungen, Führungen und andere Aktionen das Interesse an der Ortsgeschichte wecken und erhalten; auch in Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen.

 Möchten Sie Ideen einbringen oder selbst mitwirken? Schicken Sie uns eine kurze Mail, wir freuen uns auf Sie! 
© 2011 Initiative Lebensraum Möhringen Fasanenhof Sonnenberg e.V. (ILM)